Jopie Huisman

Jopie und der Wert und die Wärme des Menschlichen

Jopie Huisman war authentisch und eine starke Persönlichkeit, leidenschaftlich und verletzlich zugleich – und ein einzigartiger Autodidakt. Er nahm sich der minderbemittelten Mitmenschen an und derer, die am Rande der Gesellschaft lebten. Er hörte ihnen nicht nur zu und empfing sie gastfreundlich, sondern er malte sie auch, ihre Lumpen und ihre Arbeitsschuhe. Mit seinen Gemälden bewahrte Jopie Huisman das Leben dieser Menschen vor dem Vergessen.

Huisman gab ihrem Leben ein Gesicht und hielt es mitfühlend fest

Damit zollte er ihnen den Respekt, den sie seiner Meinung nach verdienten. Seine Gemälde, einerlei, ob Darstellungen von Menschen oder ihrer Sachen, sind eine Hommage an das einfache Bauernleben, die Landschaft und die Kultur in Friesland. Die Porträts sind Monumente der Einfachheit. 

 

Neben der Veranschaulichung und der Würdigung der Armut spielt auch der Humor eine wichtige Rolle in Huismans Werk. Der Witz zwischen den Menschen, die durch die Umstände aufeinander angewiesen sind. Der Humor war für Jopie Huisman ein lebenswichtiges Element. Auch die Geschichten, die er schrieb, sind davon durchzogen. Wer sie liest, liest eigentlich die „Rückseite“ seiner Gemälde. Huismans Blick für das Absurde, das menschliche Maß und zwischenmenschliche Beziehungen spiegelt sich in vielen geschriebenen und gemalten Karikaturen wider. Insbesondere die Identifikation mit seinen Bildern war und ist für viele Besucher – wie aus ihren Reaktionen hervorgeht – sehr tröstlich.

 

Jopie Huisman hegte eine Faszination für das alltägliche Leben, das er begierig in sich aufsaugte und – so seine eigenen Worte – „auf die Leinwand knallte”. Mit großer Beharrlichkeit, Durchsetzungskraft und Entschlossenheit brachte er sein tiefstes Inneres in den Bildern zum Ausdruck. Wie kein anderer beherrschte er den Umgang mit allen Menschen – von den Honoratioren bis hin zu Leuten jeder Art.

 

Was Jopie Huisman so einzigartig macht, ist, dass er seine Lebensphilosophie so überzeugend und mit viel Gefühl und Energie zum Ausdruck brachte. Seine Werke vereinen seine philosophischen Ansichten, Ästhetik und eine phänomenale Malweise in sich. Und seine Botschaft des Mitgefühls ist universell und zeitlos

Jopie Huismans Leben [BIOGRAFIE]

 

18. Oktober 1922

Jotje Huisman wird als jüngstes von sieben Kindern in Workum geboren. Sein Rufname ist „Jopie”.

 

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1936

Besuch der Gewerbeschule in Sneek. Nach zwei Jahren besteht er die Abschlussprüfung zum Anstreicher.

 

 

1939

Nach einigen verschiedenen Arbeiten wird Jopie Huisman Fayencemaler bei Aurora, einer Keramikmanufaktur in Workum.

 

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1942

Huisman wird von den Nazis für den Arbeitseinsatz für die Wehrmacht zwangsrekrutiert. Er kommt in ein Arbeitslager nahe Kassel.

 

1943

Während eines schweren Bombenangriffs kann er fliehen. Nach langer und gefährlicher Flucht erreicht er Workum. Seine Eltern erhalten die Nachricht, dass er vermisst wird. Bis zum Ende des Krieges taucht er in Workum unter.

 

1946

Jopie Huisman malt, zeichnet und angelt. Hin und wieder arbeitet er bei der Fayencemanufaktur „De Boer“ in Workum.

 

1949

Jopie Huisman fühlt sich schon seit Langem nicht gesund. Im Rahmen einer Reihenuntersuchung wird bei ihm TBC festgestellt. Er muss für ein halbes Jahr das Bett hüten.

 

Heirat mit Eelkje de Boer.

 

1951

Huismann stellt bei sich zu Hause Fayencen her, die er mit einer Kaltglasur versieht.

 

Geburt des Sohnes Pepy.

 

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1953

Huismans Keramikwerkstatt macht Konkurs. Sein Bruder Lieuwe rät ihm, sich als Lumpen- und Schrotthändler zu betätigen. Mit Handwagen und Transportfahrrad wird er zu einer bekannten Workumer Persönlichkeit.

 

1954

Geburt der Tochter Marretje.

 

1959

Umzug der Familie Huisman nach Franeker, wo Jopie in der Metallgroßhandlung seines Bruders Lieuwe als Vertreter anfängt.

 

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1962

Geburt der Tochter Grietje.

 

1963

In Herbayum gründet Jopie Huisman die kleinste Lumpen- und Metallgroßhandlung der Niederlande. Erste Ausstellung seiner Gemälde in der Galerie „De Blauwe Hand“ in Harlingen.

 

1964

Geburt des Sohnes Jacob.

 

1968

Jopie Huisman erhält erstmals landesweit Aufmerksamkeit im Fernsehen.

 

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1973

Jopie Huismans Ehe scheitert.

 

1974

Seine Werke bekommen einen anderen Charakter. Die Themen werden eindringlicher, die Malweise wird realistisch. Es sind vor allem diese Bilder, mit denen er Bekanntheit beim großen Publikum erlangt.

 

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1976

Heirat mit Ietje Magré.

 

1985

23. Juli: Gründung der Stiftung Jopie Huisman Museum in Workum.

 

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1986

18. März: Gründung des Freundeskreises Jopie Huisman Museum. 11. April: Eröffnung des ersten Jopie Huisman Museums im Sleeswijckhuys in der Noard 5 in Workum.

 

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1992

Am 29. Februar wird das neu errichtete Jopie Huisman Museum eröffnet.

 

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2000

Am 29. September stirbt Jopie Huisman im Alter von 77 Jahren.